Hinweise zur Zuzahlung bei Arznei- und Verbandmitteln

Wie hoch ist die Zuzahlung?

Grundsätzlich gilt:

Medikamente unter 50€ pauschal 5€, höchstens jedoch der Medikamentenpreis (d.h. für ein Medikament, das 1,89€ kostet, zahlen Sie auch nur 1,89€)
Medikamente zwischen 50,01€ und 100€ 10% Zuzahlung (d.h. für ein Medikament das 78€ kostet, zahlen Sie 7,80€)
Medikamente über 100€ pauschal 10€ (d.h. für ein Medikament das 189€ kostet, zahlen Sie auch nur 10€)

Keine Regel ohne Ausnahme:

Verschiedene Medikamente sind komplett zuzahlungsfrei, da sie von den Krankenkassen als besonders preisgünstig eingestuft werden. Andererseits haben Krankenkassen auch die Möglichkeit Arzneipreise zu "deckeln", die Mehrkosten muss dann der Patient selbst tragen.

 

Vertragsarzneimittel:

Die Krankenkassen haben die Möglichkeit mit bestimmten Herstellern gesonderte Verträge zu schließen, die betreffenden Medikamente können dann zuzahlungsfrei oder zuzahlungsreduziert sein. Jede einzelne Krankenkasse schließt nur für sich solche Rabattverträge ab, d.h. dasselbe Medikament kann für einen Versicherten der Kasse A kostenpflichtig, für Versicherte der Kasse B aber zuzahlungsfrei sein.

 

Was muss ich bezahlen, wenn ich chronisch krank bin?
Für schwerwiegend chronisch Kranke beträgt die Belastungsgrenze 1%. Hat man im Laufe eines Jahres Zuzahlungen (dazu zählen Zuzahlungen zu Arzneimitteln, Hilfsmitteln, Physiotherapie, Krankenhausaufenthalt...) bis zu seiner Belastungsgrenze erbracht, wird man für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreit bzw. man bekommt zu viel gezahlte Beträge am Ende des Jahres von der Krankenkasse erstattet. Dazu muss man bei seiner Krankenkasse einen Antrag stellen.

 

Wie hoch ist die jährliche Belastungsgrenze?

Die Belastungsgrenze für nicht chronisch Kranke beträgt 2% der jährlichen Bruttoeinnahmen.

 

Wie wird die Belastungsgrenze ermittelt?

Die Bruttoeinnahmen des Versicherten und von weiteren, im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen werden zugrunde gelegt.

 

Eine grundsätzliche Befreiung gibt es nur noch für Kinder und Jugendliche bis zum vollendetem 18. Lebensjahr